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Atom-und Windkraftindustrie immer stärker verzahnt
Rolle von "Umweltverbänden", Parteien, "Umweltpolitikern"
"Dr. Michael Stubbe, Universität Halle :"Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit"
von Klaus Hart

Deutsche Konzerne wie Siemens, die Atomkraftwerke errichten, waren von Anfang an beim Windkraftgeschäft kräftig dabei, andere Unternehmen der Atom-und Rüstungsbranche stiegen ebenfalls zügig ein. Die Unterstützung von "Umweltverbänden" und "Umweltpolitikern" sicherte man sich rasch.

Aus: WindkraftFinanzNachrichten http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-01/artikel-7616417.asp vom 22.01.2007 08:02
»Atomtechnikkonzern Areva will Repower vollständig übernehmen Der französische Atomtechnikkonzern Areva will den Hamburger Windkraftanlagen-Bauer Repower (Nachrichten/Aktienkurs) übernehmen. Für die ausstehenden Aktien würden 105 Euro pro Titel geboten, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit. Areva kontrolliert bereits 29,99 Prozent von Repower. Mit dem Übernahmeangebot bewertet der französischen Konzern Repower mit 850 Millionen Euro. Die Offerte stelle ein Aufschlag von 17 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Freitag dar
. Mit dem Zukauf will der Staatskonzern sein Position im schnell wachsenden Markt "Windenergie" ausbauen. "Wir sind davon überzeugt, mit Repower das richtige Unternehmen gefunden zu haben, um im viel versprechenden Windenergiemarkt mitzuwirken", sagte Areva-Chef Anne Lauvergeon./mur/zb«.

Wie sieht die Zuarbeit deutscher "Umweltverbände" aus?
Hier das Beispiel des Deutschen Naturschutzrings(DNR): "Informationskampagne Umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung in Deutschland (an Land).
Das Projekt läuft vom 01.07.2004 bis zum 31.12.2005
Ansprechpartner: ...
Zielsetzung: Die Informationskampagne verfolgt zwei Hauptziele:
  • Die Akzeptanz der Windenergienutzung in der Bevölkerung und bei den Entscheidungsträgern soll verbessert und so die Voraussetzung für einen weiter steigenden Anteil der Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung geschaffen werden. Objektive Informationen über den umweltverträglichen Einsatz der Windenergie können diffuse Ängste abbauen und Scheinargumente von Kritikern als solche entlarven.
  • Die Umwelt- und Naturverträglichkeit der Windenergienutzung soll in Hinsicht auf eine umfassende Nachhaltigkeit verbessert werden. Hierzu wird in der Kampagne klargestellt, welchen Anforderungen die Nutzung der Windenergie in jedem Einzelfall genügen muss, um vollständig umweltverträglich zu sein.
  • Vorgehensweise: Für das Vorhaben orientiert sich der DNR an der Organizer-Spirale als Kampagnenplanungsmodell (Kampagnenkonzept).
  • Eine Analyse über den derzeitigen Stand der Windenergienutzung in Deutschland und die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Menschen und die Natur bildet die Grundlage der Informationskampagne.
Als Öffentlichkeitsarbeit der Kampagne führt der DNR mit Unterstützung der Kreis- und Ortsgruppen seiner Mitgliedsverbände vor allem in den windträchtigen Gebieten (Mittelgebirge, Küste) zahlreiche Aufklärungsaktionen durch. Referenten, die das Thema weitertragen sollen, werden geschult und das erforderliche Informationsmaterial bereitgestellt. Zu den Veranstaltungen werden gezielt die Vertreter der örtlichen Presse eingeladen um eine möglichst große Breitenwirkung zu erzielen.

Beschreibung: Bei der Analyse der Auswirkungen von WEA wird von allgemein geäußerten Befürchtungen ausgegangen und objektiv die tatsächliche Art der Wirkung und die Reichweite der verschiedenen Effekte (z. B. Schattenwurf, Landschaftsbildbeeinträchtigung) untersucht. Um einen Überblick zu gewinnen, welche Probleme der Windenergienutzung ein besonderes Ärgernis darstellen, ist die aktuelle Rechtsprechung zum Themenbereich berücksichtigt. Die derzeit geltenden Verfahrensregeln für den Umgang mit Windenergieanlagen werden dargestellt und auf hinreichende Wirksamkeit überprüft.

Daraus leitet der DNR Forderungen für die Standort-Planung und Anlagentechnik von Windenergieanlagen ab, die diese erfüllen sollen, um den Kriterien umfassender Nachhaltigkeit zu genügen. Wenn Windenergieanlagen an Standorten errichtet werden, wo sie keine erheblichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung und der Natur bewirken, stellen sie kein Problem für den Umwelt- und Naturschutz dar. Solche Standorte können und müssen mit guter Planung gesucht und gefunden werden. Der DNR wird durch geeignete Veranstaltungen Diskussionsprozesse unter den Akteuren einleiten und begleiten, damit aus den bisherigen Erfahrungen optimierte Verfahrensweisen und Bewertungsansätze entwickelt werden können. In diesen Prozess bringt der DNR eigene Vorschläge und Ansätze als Beitrag zur Konfliktlösung ein.

Für die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Kampagne werden folgende Infomaterial hergestellt:

1. eine allgemeinverständliche Broschüre „umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung onshore“,
2. ein Faltblatt "Zu den Haupteinwänden gegen die Nutzung von Windenergie (onshore)",
3. ein Internetauftritt "Wissenswertes zur Windenergienutzung in Deutschland",
4. eine CD-Rom mit den Inhalten der Kampagne und
5. eine Artikelserie für Mitgliederzeitschriften und sonstige Veröffentlichungen. "

Daher zur Erinnerung ein Text von 2005:

Windkraft - wegen lächerlichen vier Prozent Stromerzeugung Deutschlands Natur versaut
Trittin gibt erstmals zu, daß die Rotoren vom Aussterben bedrohte Tiere vernichten
von Klaus Hart

Nun haben wirs schriftlich - laut Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft´(VDEW) entfielen 2004 nur vier Prozent der Stromerzeugung auf Windkraft. Sie stellt gerade 0,63 Prozent der Primärenergie. Damit leistet diese von Rot-Grün, Spekulanten und der Industrie, hochsubventionierten "Umweltschutzverbänden" permanent hochgejubelte "Energiequelle der Zukunft" nur einen lächerlich niedrigen Beitrag zur Energieversorgung des Landes. Der Beitrag von Windkraftwerken zur systematischen Zerstörung von Landschaft und Natur ist indessen enorm - die über 16000 wirtschaftlich extrem uneffizienten Anlagen verschandeln Deutschland inzwischen geradezu flächendeckend, schädigen die Gesundheit vieler Bewohner. Daß Windräder üble Artenkiller sind, wußte man seit Jahrzehnten aus der westlichen Führungsmacht USA, von der das Windkraftmodell pflichteifrig übernommen wurde. Trittin & Co., die sogenannten Umweltverbände verschwiegen jedoch dortige detaillierte Studien, die klipp und klar hohe Kollisionsverluste bei streng geschützten Arten wie Adlern, Falken und Fledermäusen nachwiesen. Aus Spanien waren ähnlich alarmierende Angaben bekannt. Wider besseres Wissen verbreitete das "grüne" Ministerium indessen jahrelang in einer teuren, vom Steuerzahler finanzierten Werbekampagne:"Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich sind für Mensch und Umwelt."

Das wurde allen Ernstes von den meisten geglaubt, geschickte PR-Methoden, ebenfalls vom großen Bruder abgeschaut, machens möglich. In Zeiten rasch vorangetriebenen Kulturverlusts kein Wunder. Die „Umweltverbände“, selbst der NABU, bliesen ins gleiche Horn, spielten die Gefahren herunter. Als Fachleute erstmals nachwiesen, daß vorhersehbar auch an den deutschen Windkraftwerken seltene, vom Aussterben bedrohte Tiere verenden, heuchelten sogar manche Umweltmedien ebenso wie Verbände, Windkraftunternehmer allergrößte Überraschung. Das jüngste Beispiel – der Streit um die geradezu massenhaft von Windkraftwerken Baden-Württembergs getöteten Fledermäuse. Laut Medienberichten will die betreffende Firma „Regiowind“ die Zahlen nicht wahrhaben, glaube an Manipulation. Windkraftgegner könnten die toten Tiere irgendwann und irgendwo eingesammelt, tiefgefroren und neben den Windrädern ausgelegt haben. Zum Lachen, da doch seit Jahrzehnten bekannt ist, wie strengstens geschützte Fledermäuse an solchen Anlagen elend verrecken.

"Die Tiere werden regelrecht zerhackt und geschreddert“
Die Windkraftbranche weiß das alles nur zu genau. Doch nun stehen bereits über 16000 Anlagen, genießen Bestandsschutz, der Windkraftbluff gelang, die Schäden lassen sich nicht mehr wegreden. "Die Tiere werden regelrecht zerhackt und geschreddert“, sagt der Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, Dr. Matthias Freude. Und bestätigt damit nur die Untersuchungen aus den USA. Erstmals kann sich auch die NABU-Spitze nicht mehr darum drücken, seinen Mitgliedern die stets bestrittenen US-Daten mitzuteilen, eine erste, vage (Alibi-) Studie zu den "Auswirkungen regenerativer Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel der Vögel und der Fledermäuse“ zu veröffentlichen, wenigstens etwas den Schleier zu lüften. Und Trittin gesteht erstmals öffentlich ein, daß die von ihm stets als umweltfreundlich definierten Windkraftwerke sogar streng geschützte seltene Arten vernichten: “Gefährdet sind nach der Studie jedoch Greifvögel wie Seeadler und Rotmilan sowie einige Fledermausarten“. Jahrelang hatte er solche Wirkungen einfach abgestritten – seine Glaubwürdigkeit ist damit natürlich im Eimer. Die vom Bundesverband Windenergie e.V. der milliardenschweren Branche sowieso:“Wissenschaftlich fundierte Studien belegen, daß der sogenannte Vogelschlag an Windkraftwerken keine Rolle spielt... Bei der Suche nach getöteten Vögeln durch Windenergieanlagen war bisher immer Fehlanzeige.“ Und jetzt – eingestehen, daß die Öffentlichkeit jahrelang belogen wurde?

Die neue, halbgare NABU-Studie enthält immerhin zahlreiche interessante Feststellungen: “Unter den Opfern von Windkraftanlagen befanden sich insgesamt überproportional häufig Greifvögel und Möwen. Als besonders problematisch erscheinen in Deutschland die seit Erhebungsbeginn 1989 hohen Fundzahlen von Seeadlern (13) und Rotmilanen (41).Etwa die Hälfte aller Rotmilane weltweit brüten in Deutschland, so daß sich eine besonders hohe Verantwortlichkeit für diese Art ergibt...In vielen Studien wird über die Scheuchwirkung von WKA berichtet...Eine generelle Tendenz der Gewöhnung von Vögeln an Windkraftanlagen in den Jahren nach ihrer Errichtung bestand nicht...Die von T. Dürr zusammengestellten Daten deuten zwar darauf hin, daß es nur für relativ wenige Arten größere Probleme gibt (Greifvögel, Möwen, bestimmte Fledermausarten), können aber nicht viel über das tatsächliche Ausmaß der Verluste sagen. Da sich die Nachsuche über unterschiedliche, zum Teil nur sehr kurze Zeiträume erstreckte, bleibt die tatsächliche Zahl der Opfer im Dunkeln.“ Generell seien für Vögel Windkraftwerke an Gewässern und anderen Feuchtgebieten besonders unfallträchtig.

Europas Vogelarten bedroht
Schon in den neunzigern Jahren berichteten norddeutsche Naturschützer, daß Arbeiter der Windkraftfirmen unter den Anlagen eimerweise getötete Vögel einsammelten und wegschafften. Zudem betonen Umweltexperten, daß Windkraft-Opfer von Aasfressern systematisch abgesammelt werden. So habe man beobachtet, daß Füchse ganz gezielt unter Windkraftwerken nach getöteten Tieren suchen. Weiter heißt es, daß bereits geringe Erhöhungen der Mortalitätsrate zu erheblichen Populationsrückgängen führen können, wenn sie nicht durch Erhöhungen der Reproduktionsleistungen aufgefangen werden. Doch die Lebensbedingungen für wildlebende Tiere, besonders Vögel, sind gerade in Deutschland vor allem nach der Wende deutlich schlechter geworden – dadnk "grüner“ Umweltpolitik. Nicht zufällig konstatiert der europäische Vogelschützer-Dachverband "Birdlife International“, daß es immerhin 43 Prozent aller Arten des Kontinents schlechter geht als noch 1994. Die Bestände von 45 Arten seien deutlich zurückgegangen.

Die neue NABU-Studie konstatiert außerdem: “Erstaunlicherweise liegen für eine Reihe von als empfindlich eingestuften Vogelarten praktisch nur sehr wenige Untersuchungen zu deren Reaktionen auf Windkraftanlagen vor. Hierzu zählen etliche Großvögel (z.B. Störche, Greifvögel, Kranich), aber auch der Wachtelkönig. Hier sind dringend gezielte Studien notwendig.“

Keine Gelder für systematische Forschungen:  "Ohne Vogelsterben geht es nicht
Der Grund für das Fehlen solcher Untersuchungen ist höchst banal, man braucht nur die zuständigen Wissenschaftler zu fragen: Weil Trittin & Co. natürlich genau wissen, mit welchen Resultaten zu rechnen ist, wurden entsprechende Forschungsgelder trotz vielfacher Anfragen einfach nicht freigegeben. Zu den führenden Greifvogelexperten Deutschlands zählt Prof. Dr. Stubbe von der Universität Halle: “Die Langzeitwirkung der Windkraftanlagen auf einzelne Vogelarten ist verheerend. Der Rotmilan erleidet langfristig erhebliche Verluste.“

Alles kein Problem für die NABU-Spitze. An Land war man bei geringster, lächerlicher Energieausbeute beim Artenkillen bereits sehr erfolgreich, jetzt gehts auf See weiter. NABU-Energieexperte Frank Musiol laut Borkumer Zeitung: “Ohne Vogelsterben geht es nicht“. Ein beachtenswertes, höchst erstaunliches Eingeständnis eines hohen (sogenannten) Naturschutzfunktionärs - so klar und zynisch formulieren nicht einmal gewinnfixierte Windkraftunternehmer, jedenfalls bis jetzt nicht. In den achtziger Jahren, im damaligen Kalten Krieg hätte es um den Satz einige Aufregung gegeben, heute natürlich nicht mehr. Weil das Bildungswesen insgesamt, besonders aber die Umweltbildung durch Rot-Grün gezielt heruntergefahren wurde, ist in der Bevölkerung die Sensibilität für schützenswerte Natur deutlich zurückgegangen. Eine Studie der Universität Marburg von 2004 belegt erschreckendes Desinteresse und Unkenntnis von Kindern und Jugendlichen an der Umwelt, an der Natur. Genau wie beabsichtigt – einer solchen jungen Generation, der nicht auffällt, wenn die Umwelt immer artenärmer wird, kann man leichter einreden, daß artenvernichtende Industrieanlagen in Schutzgebieten, sogar "Important Bird Areas“, ökologisch sind.

Systematische Verblödung, Manipulierung funktioniert zu manchen Zeiten besonders gut in Deutschland, jeder bemerkt es tagtäglich, man kennt das aus der Geschichte. Dennoch weisen immer wieder Naturfreunde darauf hin, daß gerade Windkraftwerke gravierend gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen. Dr. Christian Otto, Rechtsanwalt in Berlin, betont, vielen sei unbekannt, daß es eine Straftat darstelle, streng geschützte Tiere wie Vögel und Fledermäuse zu töten. "Deshalb sind aus den Totfunden bisher auch nur unzureichende Konsequenzen gezogen worden. Ich halte es daher für sinnvoll und erforderlich, wenn alle Totfunde, auch die aus der vergangenen Zeit, strafrechtlich aufgearbeitet und die Taten angezeigt werden.“ Der Anwalt hat deshalb eine gutfundierte Musterstrafanzeige angefertigt, die interessierten und engagierten Umweltschützern als Handlungsanweisung dienen soll. Wer sich dazu rechnet – nur zu! (siehe bei Google auch "Trittins Windkraftbluff“)

Reaktionen auf das Übernahmeangebot des französischen AKW-Konzerns an Repower:
Gemäß Presseberichten hat das Übernahmeangebot bei den Anlegern an der Börse für Euphorie gesorgt - nach Angaben der "Welt" ist es keineswegs ungewöhnlich, daß sich der französisch-deutsche Atomkonzern um einen Windrad-Hersteller erweitere. "So hat sich General Electric bereits 2002 aus der Konkursmasse des Enron-Konzerns den seinerzeit zweitgrößten deutschen Windradbauer Tacke gesichert. Heute betreibt der weltweit führende Anbieter von Siedewasser-Reaktoren sogar ein Windkraft-Forschungszentrum bei München. Und auch Areva-Großaktionär Siemens hat sich vor zwei Jahren mit der dänischen Bonus Energy einen der größten Windradhersteller der Welt zugelegt." Laut "Welt" polieren die Hersteller von Atomkraftwerken mit der Windkraft im Portfolio ihr ökologisches Image auf. "Ihrem Kalkül nach hilft das mit der Windkraft erworbene Öko-Image dabei, Atomreaktoren zu verkaufen."

"Übernahmestrategien" wurden indessen auch in Bezug auf sogenannte Umweltverbände gefahren - nicht wenige ließen sich schon nach kurzer Zeit vor den Karren der Kapitaleigner spannen.

Repower-Chef Fritz Vahrenholt begrüßte gegenüber der Presse die Übernahmepläne von Areva. Das "Hamburger Abendblatt" fragte Vahrenholt:"Was halten Sie als ehemaliger sozialdemokratischer Umweltsenator Hamburgs von Atomkraft? Immerhin ist Areva in der Nuklearenergie Weltmarktführer. Gibt es da keine inneren Konflikte bei Ihnen?
Vahrenholt: "Nein. Ich habe keine Berührungsängste mit sicherer Atomkraft. Ich habe den vorzeitigen Atomausstieg schon immer für vorschnell gehalten..."

Schauen wir mal, ab wann sogenannte Umweltverbände, eventuell nach neuen, von oben gesponserten Propagandakampagnen, auch offiziell auf die Vahrenholt-Linie einschwenken.

Die Studie "Auswirkungen regenerativer Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel der Vögel und der Fledermäuse - Fakten, Wissenslücken, Anforderungen an die Forschung, ornithologische Kriterien zum Ausbau von regenerativen Energiegewinnungsformen", erarbeitet vom "Michael-Otto-Institut im NABU", veröffentlicht im Dezember 2004, doch offenbar von den meisten Umweltinteressierten gar nicht gelesen, gewinnt ebenso wie nachfolgende Untersuchungen daher neue Brisanz.

Schaut man auf die erschreckend lange Liste der von Windkraftwerken liquidierten Vogelarten, stellt sich die Frage, Tiere welcher Arten n i c h t durch Produkte der Atom-und Windkraftindustrie getötet werden. Daß die von deren Anzeigen abhängigen Kommerzmedien natürlich solche Studien weder veröffentlichen noch entsprechend analysieren, entspricht der Logik neoliberaler Wirtschaft.

"Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit"
Daß in den Landschaften der DDR nach dem Anschluß zahlreiche Vogel -und Säugetierarten teilweise regelrecht selten geworden sind, ist ein häufig belegter Fakt. 2002 wurde von deutschen Informationsdiensten unter der Überschrift "Ostdeutschland hat größere Artenvielfalt" betont: "Große Teile der ostdeutschen Agrarlandschaft weisen im Vergleich zu Westdeutschland immer noch eine relativ hohe Biotop-und Artenvielfalt auf. Dies belegt ein vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebenes Forschungsvorhaben. Es wird allerdings auch deutlich, daß gegenwärtig in Ostdeutschland eine zunehmende Angleichung an die arten- und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse zu beobachten ist."

Die nach dem Anschluß der DDR verordnete "Umweltpolitik" nach dem Gusto der Grünen und der westdeutschen "Umweltverbände", außerdem von den anderen bürgerlichen Parteien, zeigte somit rasch die angepeilten Erfolge. 2007 können diese Organisationen und Parteien freudig noch weit größere Erfolge bei der "Angleichung an die arten- und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse" feiern.

Als hilfreiche Instrumente haben sich vorhersehbar die massenhaft in zuvor industriefreie Landschaften gestellten Produkte der Atom-, Windkraft- und Rüstungsindustrie ausgewirkt. So heißt es in der Studie des Michael-Otto-Instituts: "Die Auswirkungen zusätzlicher Verluste durch Windkraftanlagen auf die Bestandsentwicklung variieren sehr stark. Jedoch sind bei fast allen Arten auch bei einer relativ geringen Erhöhrung der Mortalität klare Abnahmetendenzen zu erkennen. Arten, die bereits im Alter von einem Jahr zur Brut schreiten, weisen die höchsten Bestandsrückgänge auf." Und weiter heißt es: "Langlebige Arten haben allerdings größere Schwierigkeiten, die Verluste durch erhöhte Reproduktion auszugleichen. Im Allgemeinen besitzen langlebige Arten (oft Großvögel bzw. Seevögel) jedoch deutlich kleinere Populationen als die kurzlebigen Singvögel. Eine Kollision eines Individuums einer langlebigen Art bedeutet also eine stärkere Erhöhung der Mortalitätsrate und wirkt sich insofern stärker auf die Population aus als die Kollision eines Individuums einer kurzlebigen, häufigen Singvogelart."

Nicht zufällig erklärte der weltbekannte Biowissenschaftler Dr. Michael Stubbe von der Universität Halle: "Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit. Die Artenvielfalt war auf den Agro-Öko-Systemen zur DDR-Zeit um eine Zehnerpotenz höher als auf westdeutschen Gefilden."

Hintergrund:
Presseinformation vom 27.09.05: REpower gewinnt weiteren strategischen Investor

AREVA Gruppe erwirbt 21 Prozent des Grundkapitals
Hamburg, 27. September 2005. Die REpower Systems AG (WKN 617 703) hat mit AREVA, einem der führenden Anbieter emissionsfreier Energie, einen neuen strategischen Großinvestor gewonnen. Der Aufsichtsrat der AREVA-Gruppe billigte den Erwerb von 21 Prozent des Grundkapitals des Windkraftanlagenherstellers REpower. Ein Teil der Aktien stammt aus dem Verkauf des Portfolios der RE-DKW Beteiligungsgesellschaft mbH, die dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Klaus-Detlef Wulf zuzurechnen ist. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts.

Mit Kraftwerkskapazitäten in mehr als 40 Ländern und einem Umsatzvolumen von EUR 11,1 Milliarden gehört AREVA zu den weltweit führenden Unternehmen im Energiesektor. Die Gesellschaft verfügt insbesondere über exzellentes Know-how auf dem Gebiet der Generatoren und der Stromübertragung sowie über ein weltweites Servicenetzwerk. Durch den Einstieg des Energiekonzerns baut REpower seine führende Position im Windsektor weiter aus und ist für den starken Wachstumskurs der nächsten Jahre, insbesondere im Offshore-Bereich, gewappnet.

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorstandsvorsitzender der REpower Systems AG: "Neben der stabilen Partnerschaft mit der portugiesischen Martifer-Gruppe verfügen wir mit AREVA nun über einen weiteren strategischen Investor, der zu einem nachhaltigen Wachstum der REpower Systems AG und auch zur langfristigen Sicherung unserer Standorte in Deutschland beiträgt. Die Kombination von REpower-Anlagen mit der industriellen Marktmacht von AREVA verspricht hohe Synergien bei der gemeinsamen Versorgung des weltweiten Windenergiemarktes.“

Über AREVA:
Die AREVA Gruppe wies im Jahre 2004 einen Umsatz von EUR 11,1 Milliarden und ein operatives Ergebnis von über EUR 613 Millionen auf. Mit einer Bilanzsumme von über EUR 24 Milliarden und 70.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern ist AREVA einer der führenden Kraftwerksbauer der Welt. AREVAs Mission sind die CO2-freie Stromerzeugung und der Stromtransport, die sauberer, sicherer und wirtschaftlicher sind. AREVA ist innovativer Hersteller von Kernkraftwerken und ein bedeutender Player im Bereich der Netzanbindung und Systemsoftware. Mit dem Tochterunternehmen Jeumont und einer direktgetriebenen 750 kW-Maschine hat AREVA bereits erste Erfahrungen im Bereich der Windenergie gesammelt.

24.01.2007